№ 14
Denken
von Joachim Zischke


Préparation

Bild der Denkaufgabe

Der Besitzer eines Bungalows mit dem obigen Grundriss verschließt jeden Abend alle Türen. Er darf in einem beliebigen Raum beginnen und sich in einem beliebigen Raum zur Ruhe legen. Finden Sie einen Weg, der den Besitzer durch alle Türen genau einmal führt. Lösung am Ende des Monothemas.

Denken, exemptus

Denken macht den Kopf frei. Doch Vorsicht: Denken erzeugt stets neues Denken. Man kann nicht nicht denken. Das Perpetuum mobile des Geistes läuft und läuft. Wie sollten wir dann den Kopf frei bekommen können? Wobei »frei bekommen« in unserem Sinne irreführend ist. Es gibt keinen buchstäblichen, für uns greifbaren Inhalt in unserem Gehirn, von dem wir uns befreien, den wir auf einen Müllberg der unnützen Gedanken werfen könnten. Wir haben keinen elektronischen Speicher mit Löschfunktion, zum Glück. Es ist einfach eine Metapher.

Denken, dynamica

Das Denken vollzieht sich als eine Momentaufnahme. Wir denken, und schon im nächsten Moment denken wir anders, ohne dass wir das bisherige Gedankengut aufgeben oder verlieren. Denken ist auch immer perspektivisch angelegt. Wenn wir denken, erwägen wir gleichsam alle möglichen Verbindungen zwischen den Gedanken, die bereits in unserem Fundus existieren. Gleichzeitig schaffen wir uns durch das Denken die Grundlage für ein erweitertes, umfassenderes Denken, die Denkmuster. Unser Denken ist daher keine statische Angelegenheit, sondern eine dynamische. Wir denken stets etwas Neues, Anderes, vielleicht auch etwas Altes, wenn wir beispielsweise in Erinnerungen schwelgen. Und doch prägen wir durch das, was und wie wir denken, unsere Denkmuster. Denkmuster können wie Einbahnstraßen wirken. Oder wie die Kreisbahn in einer Modellbahn. Oder wie die Verästelung eines Baums.

Denken, restructa

Lassen sich gefestigte Denkmuster verändern? Wie könnten wir uns eine neue Denkrichtung geben? Auf dem Weg der Analyse oder Logik eher nicht. Denn durch diese Verfahren setzen wir ja den Prozess des Erschaffens von Denkmustern nicht außer Kraft. Denken benutzt immer Muster. Möglich erscheint, ein Denkmuster mittels spontaner Übertragung auf einen anderen Sachverhalt umzustrukturieren. Auch das bewusst unlogische, ja, absurde Vorstellen oder Imaginieren kann uns wie ein Sprungbrett zu neuen veränderten Denkmustern katapultieren.

Denkaufgabe — Der Besitzer muss seinen Rundgang in Räumen beginnen und beenden, die eine ungerade Anzahl an Türen haben. Es gibt zwei solcher Räume, oben links und unten rechts. Entscheiden Sie sich, wo der Besitzer beginnt.