№ 5
Problem
von Joachim Zischke


Passt nicht zu­sam­men, funk­tio­niert nicht, wird es nie geben: fett­ar­mer Schlag­rahm. Und auch diese Er­fin­dung wird es nie geben: Ein Dusch­gel, das beim Du­schen far­ben­fro­he, lus­tig schwe­ben­de Wör­ter­bläs­chen in die Luft frei­setzt. ¶ Ist mir noch nie passiert: »Die Lö­sung des Pro­blems des Le­bens merkt man am Ver­schwin­den die­ses Pro­blems.«1»Du meinst die Sorte, die frei­tags ihre Kof­fer packt, ihren il­le­ga­len Schnaps ein­kauft und dann zu einem wil­den Wo­chen­en­de auf­bricht?« ¶ Wer in der Welt­ge­sell­schaft auf­fal­len will, muss eine »glo­ba­le Ka­te­go­rie« wer­den. Der ka­te­go­ri­sche Im­pe­ra­tiv des Net­zes lau­tet daher: In­di­vi­dua­li­sie­re dich der­art, dass deine In­di­vi­dua­li­tät ein Ma­xi­mum an Ver­net­zungs­mög­lich­kei­ten bie­tet. —Par­ker Adams ¶ »Wir Men­schen ste­hen den Ma­schi­nen doch nur im Weg. Lasst uns wo­an­ders hin­ge­hen.« ¶ Um Coworking und Crowdworking ist es still geworden. Um’s Prekariat nicht: »Das schöns­te De­sign, den besten Text, das tollste Foto – alles zum Null­ta­rif. Krea­tiv, spe­ku­la­tiv, lu­kra­tiv.« ¶ Smart­pho­ne I: Die­ses leere Ding in sich, das für immer leer bleibt, das uns die Ein­sam­keit ver­treibt, in der U-Bahn, im Auto, im Bett. – Smart­pho­ne II: »homo sym­bo­li­cus« – Der Mensch als di­gi­ta­les zei­chen­fä­hi­ges Wesen. ¶ 179,4 Mil­lio­nen $ für ein re­la­tiv un­be­kann­tes Bild – der Irr­sinn hat nicht nur Me­tho­de, er hat auch ein Motiv. —Klaus Tro­fob ♦

1 Ludwig Wittgestein, TLP 6.521.