Universelle Fragen
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206 Wer ist ein Mensch? Als was sind wir in der Welt? Seit wann ist ein Mensch ein Mensch? Fragen Sie sich: Was hat mich zu dem gemacht, der ich bin? Was kennzeichnet das eigentliche Wesen des Menschen? Welche Kriterien machen einen Menschen zum Menschen? Was ist der Kern unserer Existenz? Was sind die Antriebskräfte unserer Existenz? Welche Eigenschaften hat der »ideale« Mensch? Was ist ein menschengemäßes Leben? Wie kann ich sein, was ich bin? Warum besetzt das Ich den Mittelteil des Wortes »Nichts«? Wie soll ich leben? Was bestimmt die menschliche Orientierung? Welche Vorgaben besitzen wir für unsere Orientierung? Seit wann besitzt der Mensch ein Bewusstsein? Was ist unser Bewusstsein, was stellt es dar, was umfasst es? Was kennzeichnet ein Bewusstsein? Woher kommt unser Bewusstsein? Wie entsteht ein Bewusstsein? Wie entstehen unsere Gedanken? Welche Zustände und Inhalte sollten wir in unserer Bewusstseinskultur fördern oder zurückdrängen? Worin liegt die Einzigartigkeit des Menschen? Was darf der Mensch? Warum bin ich so geworden wie ich bin? Ist mein Schicksal vorbestimmt? Wer bin ich? Gibt es ein Ich? Wie entsteht unser Ich? Was gibt dem Ich die Berechtigung für eine besondere Bedeutung? Was ist die Stellung des Menschen in der Natur? Wie kann sich die Natur des Menschen am besten entfalten? Welche Stellung hat der Mensch im Universum? Was ist der Sinn der menschlichen Existenz? Was ist der Sinn meines Daseins? Was gibt meinem Leben einen Sinn? Wann lebe ich richtig? Was ist der letzte Sinn unserer Existenz? Was ist wirklich wichtig, wertvoll im Leben? Was kennzeichnet eine personale Identität? Wofür, für wen sollen wir arbeiten? An welchen Werten soll der Mensch sich orientieren? Was zählt wirklich in einem Leben? Was macht ein glückliches Leben aus? Wie kann ich ein glückliches Leben führen? Wovon hängt ein Glück ab? Was macht mein Leben reicher? Was kann ich mir von einem guten Leben erhoffen? Wie komme ich innerlich zur Ruhe? Wie gelange ich in Einklang mit mir selber? Was soll ich aus meinem Leben machen? Was ist ein erfülltes Leben? Wie sieht ein ideales Leben aus? Wohin gehe ich, wenn ich sterbe? Was bedeutet der Tod für uns? Weshalb gibt es mich? Was will ich? Wie groß ist meine tatsächliche Entscheidungsfreiheit? Wie frei bin ich in meinem Verhalten? Welche Vorgaben besitzen wir für unsere Orientierung? Gibt es Orientierungspunkte für unser Dasein? Gibt es einen freien Willen? Wie frei ist unser Wille? Weshalb sind wir für unser Handeln verantwortlich (wenn es weitgehend in uns vorprogrammiert ist)? Wofür soll ich mich einsetzen? Inwiefern ist mein Leben vorbestimmt? Welche Grenzen setzt mir die Umwelt? Welche Grenzen setze ich mir, welche muss ich mir setzen? Kann ich meine Grenzen verändern? Welches Menschsein wünsche ich mir? Wie wirklich ist das Mögliche?
207 Hat Realitätsverweigerung ein Ablaufdatum? Haben die Grundrechte ein Verfallsdatum? Oder die Verfassung? Warum nicht? Warum wird die Verfassung nicht – sagen wir – alle 15 Jahre gründlich überprüft? Wie legitimiert sich eigentlich die bestehende Ordnung? Ist es nicht so, dass jede Ordnung bestimmte Verhaltensweisen explizit ein- und ausschließt? Warum darf eine Generation der nächsten vorschreiben, nach welchen Regeln sie sich zu richten hat? Gibt es ein (geheimes) Verfallsdatum des Menschen? Wer kennt das (bestimmbare) Verfallsdatum ohne medizinische Behandlung? Hat Wissen wirklich kein Verfallsdatum? Oder Gedanken? Ist der Preis, den die Dinge einer technischen Welt für ihren neuen Status zahlen müssen, nicht einfach der Preis ihrer Haltbarkeit? Warum haben dann Bücher kein Verfallsdatum? Wenn Nachrichten ein kürzeres Verfallsdatum haben als ein Becher Joghurt, warum vertrauen wir dann mehr den Bildern, warum sind wir informationsblind?
208 Was ist Autonomie? Liegt in der Wunschbefriedigung der Sinn des Lebens? Kann Selbsterkenntnis scheitern? Sollte man ein Tagebuch schreiben? Ist das Tagebuchschreiben ein Akt der Autonomie? Löst man Probleme durch Weglaufen? Wie oft zählen Lösungen in der Praxis? Wer möchte schon seinen Namen oder seine Geschichte in einem Buch begraben sehen? Wem gehört die Zeit? Wozu brauchen wir für das Smartphone im Auto eine gekühlte Ablage mit kabelloser Ladefunktion? Wie können wir unsere Autonomie vor einer profitgetriebenen Datenindustrie schützen und vermeiden, zu Komplizen unserer eigenen Überwachung zu werden? Wie geht man in der Antarktis auf die Toilette, wenn die Temperatur minus dreißig Grad beträgt? Vierzig Fuß hoher Wellengang in einem achtundzwanzig Fuß langen Ruderboot: Wie überlebt man das?
209 Warum untergraben wir die Freiheit durch ein Denken in Sachzwängen und Effizienzkategorien? Warum lassen wir zu, dass sie durch staatliche Rundumversorgung untergraben wird, und warum gehen wir im digitalen Raum so sorglos mit ihr um? Können wir frei sein in Handlungen, die wir schon hunderte oder tausende Male getan haben? Steht uns da nicht die Routine im Weg? Oder gibt es totale Freiheit im Sinne völliger Autonomie nur in Ausnahmesituationen, in denen wir noch nie waren, die uns in all ihren Bedingungen neu und unbekannt sind, in denen wir (notwendigerweise) neue Wege gehen müssen? Ist die Neuheit der äußeren (und inneren) Verhältnisse eine notwendige, eine unabdingbare Voraussetzung, eine conditio sine qua non der Freiheit, oder ist sie gar hinreichend? Ist es vielleicht so, dass wir in solchen Ausnahmesituationen gar nicht anders können, als frei zu handeln? Ist Originalität also ein grundlegendes Kriterium für Freiheit? Können wir nur dann originell sein, wenn wir inhaltlich etwas Neues, noch nie Dagewesenes tun? Ist dies ein notwendiges oder gar ein hinreichendes Kriterium?
210 Glauben Sie an das oder ein Paradies? Wenn Sie an das Paradies glauben, verstehen Sie das Paradies als das Paradies, das Gott geschaffen hat: ein Garten der Ruhe, eine menschenfreundliche Natur, ein angenehm klimatisierter Park? Welchen Zweck hatte Gott mit diesem Paradies? Sollte das irdische Paradies ein Zwischenaufenthalt zur Bewährung bis zur Aufnahme in das himmlische Paradies sein, wie Kurt Flasch vermutet? Sollte der Mensch nicht sterben, sondern eine harmonische Transformation in ein höheres Sein erfahren? Wenn Sie nicht an das Paradies, sondern an ein Paradies glauben, erwarten Sie dann eine Welt, die dem göttlichen Paradies gleicht? Oder vertrauen Sie eher auf die Fähigkeit des Menschen, eine Welt nach seinem Geschmack und Gutdünken zu gestalten, auch wenn das Ergebnis nur dem Willen einiger weniger entspricht? Wie weit sind wir auf diesem Weg schon gekommen? Ist es für Sie nachvollziehbar, dass das Paradies vor allem für das Scheitern des Menschen steht, weil er daraus vertrieben wurde? Hat er nicht gegen die Regeln verstoßen? Stehen also der Regelbruch und seine Folgen in direktem Zusammenhang mit dem Paradies? Oder ist das Paradies für Sie die konkrete Forderung nach einer besseren Weltordnung? War das alte Paradies nicht die Ordnung einer geschlossenen Gesellschaft nach den Regeln des biblischen Gottes? Wie sieht das moderne Paradies aus? Worin besteht das neue Glück? Welche Regeln gelten? Entspricht der Baum der Erkenntnis, von dem man nicht essen durfte, der Unterwerfung unter ein System, in dem lange Tage des Nichtstuns, der Muße und des puren Lebensgenusses verpönt sind, während Kapitalbildung und Besitz als Lebensziele gelten?