Fragen zur Person
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101 Wann hat es das letzte Mal aufgehört zu regnen? Waren Sie draußen, im Garten oder vielleicht im Wald? Oder saßen Sie zu Hause in einem gemütlichen Sessel? Lagen Sie zufällig auf einem grün-beige gestreiften Sofa und lasen eine Zeitschrift? Bevorzugen Sie Zeitschriften oder Magazine? Würden Sie eine Zeitung für Menschen in einem urbanen Kokon lesen?
102 Wer bin ich, wer will ich sein? Woher komme ich, wohin gehe ich? Sind das Ihre Fragen? Vertrauen Sie auf Ihre eigene Kraft und Stärke? Denken Sie wie Max Stirner, der in seiner Hegel-Parodie Der Einzige und sein Eigentum feststellte, dass alles Handeln von Lebewesen – ob Wurm, Mensch oder Gott – rein egoistisch ist? Wehren Sie sich gegen alle, die Sie betrügen wollen? Wissen Sie wirklich, wer und was Sie sein wollen? Sein, ohne an einer Grenze gemessen zu werden? Ohne in und von einer Besonderheit eingeschlossen zu sein? Ohne von einem Mangel umgeben zu sein? Ja, wie sehen Sie sich: als jemand, der beherrscht wird? Oder als jemand, der sich dem Beherrschtwerden zu entziehen versucht oder bereits entzogen hat? Welche Fragen beschäftigen Sie derzeit am meisten? Mit wem möchten Sie darüber sprechen? Lautet Ihr Credo, keines zu haben?
103 Denken Sie lieber in Bildern als in Worten? Wissen Sie Dinge, ohne das Wie und Warum erklären zu können? Merken Sie sich, was Sie sehen, und vergessen Sie, was Sie hören? Können Sie sich Gegenstände aus verschiedenen Blickwinkeln vorstellen? Ziehen Sie es vor, eine Straßenkarte zu lesen, anstatt den Anweisungen einer Lautsprecherstimme zu folgen? Denken Sie oft nach? Wie denken Sie dann? Wenn Sie nicht genau sagen können, wie Sie denken, wie gut kennen Sie sich selbst? Wollen Sie so weiterleben wie bisher? Was hat der Zwerg, was der Riese nicht hat? Oder anders gefragt: Wer von beiden könnte auf wessen Schultern sitzen? Haben Sie eine Antwort gefunden? Wogegen haben Sie sich in der Vergangenheit aufgelehnt? Wogegen rebellieren Sie jetzt? Was, wenn Sie sich irren? Wie haben sich Ihre Prioritäten im Laufe der Jahre verändert? Können Sie ad hoc fünf Prioritäten nennen, die Sie erreicht haben, und fünf, die Sie nicht erreicht haben? Was machen Sie mit den offenen Prioritäten? Packen Sie sie in eine Schachtel »Unerledigtes«? Was halten Sie von Leuten, die weinen, wenn sie einen neuen Kühlschrank bekommen, weil sie sich an ein neues Innenleben gewöhnen müssen?
104 Würden Sie einen Fremden um Rat fragen? Würden Sie diesen Rat auch annehmen? Geben Sie anderen Leuten gerne Ratschläge? Wissen Sie, wie viele Tage seit der Zeit Adams bis heute vergangen sind? Fühlen Sie sich mit Adam verwandt? Was würden Sie Eva fragen, wenn Sie sie treffen würden? Wie unterscheidet sich die Kognition von Primaten von der anderer Säugetiere? Wie unterscheidet sich Ihre Kognition von der anderer Menschen? Haben Sie schon einmal an einer kognitiven Störung gelitten? Fragen Sie sich, was aus den normalen Menschen geworden ist, die Sie gekannt haben, oder aus den seltsamen Menschen, die Sie gekannt haben? Haben Sie Freundschaften geschlossen und verloren? Welche Arten von Freunden hätten Sie gerne? Wenn Sie Ihre persönlichen Anliegen nicht mit Ihren Kollegen teilen können, bedeutet das dann, dass Sie im falschen Job sind?
105 Reden Sie gerne? Reden Sie gerne privat oder lieber öffentlich? Würden Sie sich lieber schriftlich als mündlich ausdrücken und lieber zuhören als reden? Welche Möglichkeiten bietet ein Brief, die ein Gespräch nicht bietet? Inwieweit werden Ihre Gesprächsthemen von den Medien beeinflusst? Wann haben Sie sich das letzte Mal richtig unterhalten? Mit wem würden Sie sich gerne unterhalten? Lassen Sie sich gerne überzeugen? Mögen Sie es, wenn sich Ihre Meinung im Laufe eines Gesprächs ändert? Welche Assoziationen und Gefühle haben die gewählten Worte bei Ihnen ausgelöst? Warum? Ist Reden für Sie etwas, das den Menschen als vernunftbegabtes Wesen ausmacht? Stimmen die Worte Ciceros, der sagte: »Was kann im Privatleben angenehmer und unserem Menschsein angemessener sein als eine elegante und kultivierte Rede«? Sind Körpersprache, Stimmeinsatz und selbstbewusstes Auftreten wirklich Rhetorik? Ist Rhetorik nicht vielmehr ein umfassendes Denksystem, das die Kultur, die Politik und gesellschaftliches Zusammenleben prägt? Kennen Sie die fünf »Aufgaben des Redners«? Sind sie süchtig nach Gesprächen, in denen die großen Fragen, die die Welt bewegen, ausgehandelt werden? Würden Sie sich als Dreinredner bezeichnen? Wie häufig sagen Sie in einem Gespräch: »Ich bin mir im Klaren darüber, …« oder »Verstehe ich Sie richtig, …«? Schreiben Sie ein Tagebuch? Chronologisch? Warum schreiben Sie nicht nach den Orten, an denen Sie sich aufhalten? Oder nach Hausnummern, an denen Sie vorbeigehen – zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Bahn? Zeichnen Sie Ihr Leben so auf, als ob Sie wüssten, dass eines Tages ein Buch über Sie geschrieben werden würde?