Vorwort

Manchmal liege ich nachts wach und frage mich: »Ist das alles, was es gibt?« Und dann höre ich eine Stimme sagen: »Was ist das für eine Frage?«
— Charles Schulz, Charlie Brown

Darf ich Sie etwas fragen? Warum Sie hier sind? Kennen wir uns? Warum treffen wir uns in einem Buch? Was erhoffen Sie sich von diesem Treffen? Was meinen Sie: Ist dieses Buch ein Fragendialog zwischen einem Autor und seinem Leser? Ist das überhaupt möglich? Und warum lesen Sie dieses Buch? Interessieren Sie sich mehr für die Antworten oder mehr für die Fragen? Erwarten Sie Antworten auf Fragen, die Sie gar nicht gestellt haben? Wäre das nicht absurd? Oder erwarten Sie Fragen, aus denen sich allgemeingültige Antworten ableiten lassen? Was, wenn die Fragen nicht zu den erwarteten Antworten führen? Oder nur sinnfreie Antworten ergeben? Löschen Sie dann das Buch aus dem Speicher? Verstehen Sie, warum ich Ihnen all diese Fragen stelle? Betrachten Sie unser Treffen als eine Art Deduktionsspiel? Fragen Sie sich selbst: Habe ich Sie zu einem Spiel eingeladen? Steht das Wort »Spiel« im Titel? Zögern Sie jetzt mit der Antwort? Darf ich Sie daran erinnern, dass Sie es waren, der das Buch von irgendwoher in die Hand bekommen und schließlich zu lesen begonnen hat? Wollen Sie sich jetzt aus der Affäre ziehen, weil ich Sie direkt frage? Haben Sie Angst davor, dass ein Fremder Ihnen Fragen stellt? Würden Sie ans Telefon gehen, ohne zu wissen, wer Sie anruft? Sind Sie wirklich bereit, sich Fragen stellen zu lassen, egal zu welchem Thema? Gibt es etwas, das Sie mich fragen möchten? Sind Sie neugierig, was ich mit Ihren Antworten machen werde? Glauben Sie, dass ich ein aussagekräftiges Profil von Ihnen erstellen kann? Sollten die Antworten auf die beiden vorhergehenden Fragen die gleichen sein? Halten Sie die meisten meiner Fragen für Unsinn? Oder dieses Buch als ein nützlich nutzloses Nichtbuch? Sollen wir auf Ihre Antwort warten?

Wenn man mit Fug und Recht sagen könnte, dass Sie Fragen und Antworten haben, würden Sie dann sagen, dass Sie mehr Fragen als Antworten oder mehr Antworten als Fragen haben? Ist es für Sie wichtiger, Fragen zu beantworten, als Fragen zu stellen und Antworten zu suchen? Was machen Sie mit den Antworten, die Sie gefunden haben? Schreiben Sie sie auf? Verschenken Sie auch Antworten? An wen? An Freunde und Bekannte oder an andere Fragensteller? Haben Sie schon einmal eine Antwort verloren und dann nach der Frage gesucht, um die Antwort wiederzufinden? Mögen Sie Fragen wie: Warum friert man wie ein Schneider oder ist jemand dumm wie Bohnenstroh? Oder sind das Fragen außerhalb Ihrer Erwartung? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ob Fragen etwas bewirken können? Hat eine Frage Ihr Leben verändert? Oder war es eher die Antwort? Was erscheint Ihnen wertvoller: eine gut gestellte Frage oder eine passende Antwort? Interessiert es Sie, warum so viele Fragen mit »Warum« beginnen? ♦

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